Stillen – mit diesen yogischen Tipps klappt es bestimmt!

Stillen Tipps

Während meiner Schwangerschaft, habe ich mir so einige Gedanken über´s Stillen gemacht. Da ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis zu den Mama-Nachzüglern gehöre, hatte ich schon vieles über den Stillstart mitbekommen. Um ehrlich zu sein, hatte ich auch ein bißchen Angst, es könnte mit dem Stillen nicht klappen und ich wollte unbedingt alles richtig machen.

Dich vorbereiten ist eine gute Sache!

Also habe ich alles über das Stillen gelesen, was mir zwischen die Finger kam. Habe meine Hebamme ausgequetscht und mir selber einen kleinen Plan im Kopf zurechtgelegt, wie ich genau vorgehen muss. Habe die Stillpositionen mit einem Kissen geübt. Meine Brustwarzen mit schwarzem Tee behandelt (die Gerbstoffe härten das Gewebe ein wenig ab). Mir Tipps von meiner Mama geholt. Und ich wollte möglichst viel Ruhe in den ersten Tagen nach der Geburt, damit ich mich auf das Stillen konzentrieren kann.
Und es hat geklappt! Die ersten Tage waren trotzdem hart, der Milcheinschuss ließ ein wenig auf sich warten.
Wir mussten auf Anraten der Säuglingsschwestern und der Hebamme hin, ein wenig Zufüttern (hätten wir uns im Nachhinein sparen können) – denn am 5 Tag sprudelte die Milch wie verrückt.
Nur am Rande sei erwähnt, dass es gut war, dass ich so fokussiert auf das Stillen war und quasi auswendig gelernt hatte, wie oft, in welchen Positionen und mit welchem Griff ich das Neugeborene anlegen muss, denn auf der Wochenbettstation hat sich niemand (!) dafür Zeit genommen!
Wenn Du Dich im Internet informieren magst, findest Du Rat bei der La Leche Liga .

Zuhause angekommen begannen sie dann: die langen Stillsessions. Mit einem Kissen unterm Arm, Baby oben drauf, saß ich auf dem Sofa und jonglierte noch ein dickes Buch oben drüber. Außerdem führte ich ein kleines Stilltagebuch.
Der kleine Mann nahm kräftig zu und auch meine Brustwarzen haben alles gut mitgemacht. Von den klassischen Problemen, wie Milchstau oder Entzündungen blieb ich verschont. Aber gerade das lange Stillen zu Beginn, fand ich etwas eintönig. Meine Mama fragte mich, ob ich denn die Zeit nicht zum Meditieren nutzen könnte. Und ich dachte: Klar – was für eine gute Idee!

Lasse Dich ganz von dieser Kraft erfüllen, da gibt es nichts mehr, dass diesen Überfluss in Dir zurückhält

Überfluss-Meditation 

Mir hilft es generell mit inneren Bildern zu arbeiten – vielleicht bist Du ja auch ein visueller Typ und es hilft Dir, Folgendes vorzustellen:

Finde einen ruhigen Ort für Dich und Dein Kind, an dem Du nicht gestört wirst. Nimm eine bequeme Stillposition ein. Du solltest aufrecht sitzen, Dein Baby an die Brust anlegen und Dich auf den Atem konzentrieren. Dabei könntest Du auch den Atem Deines Kindes beobachten.
Schließe dann Deine Augen. Finde ein inneres Bild, welches für Dich die Symbolik des “Fließens” gut darstellt. Vielleicht siehst Du einen majestätischen Wasserfall vor Dir, vielleicht einen Brunnen, einen Fluss.
Spüre die Kraft des Sprudelns, des Überfließens.
Versuche dieses Bild richtig auszuschmücken – mit Symbolen und Details, die für Dich Sinn machen.
Lasse Dich ganz von dieser Kraft erfüllen, da gibt es nichts mehr, dass diesen Überfluss in Dir zurückhält. In diesem Strom fließt Liebe, Unerschöpflichkeit, Freude, Wohlgefühl – alles was Du an Gutem dazu geben magst.
Dieser innere Fluss fließt immer weiter, genau wie Dein Atem.
Kommen Gedanken – so finde immer wieder zu Deiner Visualisierung zurück. Auch der Wechsel der Brust, oder eine Veränderung Deiner Position lässt dieses Bild nicht verblassen.
Wenn Du merkst, dass Dein Baby satt ist, beende Deine Mediation in dem Du Dich noch einmal auf Deinen Atem konzentrierst.
Sei dankbar für Deine Kraft und Energie, die dieses Wunder vollbringt, bedanke Dich auch bei Deinem Baby dafür, dass ihr ein gutes Team seid.
Öffne die Augen und nimm soviel Ruhe und Frieden mit in Deinen Tag aus dieser Mediation wie nur möglich.

Energie-Laddus 

Ich hatte gerade im Wochenbett eigentlich ständig Hunger und musste mich gut versorgen, damit die Milch fließen konnte. Eine Super-Energie Quelle sind diese Bällchen, mit denen Du den kleinen Hunger stillen kannst und Dir was Gutes tust. Denn eigentlich sind Laddus eine verboten-süße Köstlichkeit aus Indien, Ganesh sagt man, naschte sie am Liebsten. Mein Laddu-Rezept ist mit gesünderen Sachen zubereitet und macht trotzdem satt und zufrieden: 

Energie Ladys

  • 1 EL Chia (1 Stunde in 3 EL Wasser eingeweicht)
  • 8  Datteln entsteint
  • 4 EL Haferflocken
  • 1 EL Kokos-Raspel
  • 2 EL  Cranberrys
  • 4 EL  Ghee oder Kokosöl
  • 4 EL  Sonnenblumenkerne (ersatzweise auch Nüsse Deiner Wahl)
  • Prise Salz

Alle Zutaten in die Küchenmaschine geben, mixen und die Masse anschließend zu kleinen Kugeln formen. Im Kühlschrank fest werden lassen, danach in  Kokosraspeln wälzen. An einem kühlen Ort aufbewahren.

Als die Schwestern im Krankenhaus mir zum Zufüttern rieten, heulte ich Rotz und Wasser

Annehmen, wie es ist 

Es gibt Frauen die gerne stillen möchten, aber die es aus den verschiedensten Gründen leider nicht umsetzen können. Oder Frauen die sich bewusst gegen das Stillen entscheiden. Frauen für die Stillen sehr wichtig ist und die es gerne tun. Frauen die lange stillen, Frauen die nur ein paar Wochen stillen.
Egal wo Du Dich jetzt wieder findest – es ist völlig in Ordnung wie es ist!
Niemand muss Stillen – klar ist Muttermilch ein wunderbares Zauberelixir, mit so vielen tollen Inhalts- und Wirkstoffen für das Baby – dennoch gibt es vielleicht auch körperliche / individuelle / emotionale / geburtsgeschichtliche Gründe, warum es mit dem Stillen nicht klappen will.
Niemals sollten Frauen untereinander, diese Gründe verurteilen.
Mir ist manchmal die Milch weggeblieben, wenn ich richtig im Stress war oder nicht genug gegessen hatte. Und die erste Zeit des Wochenbetts ist ja auch stressig – kein Wunder, das mit fehlender Unterstützung im Krankenhaus, der Stillstart vielleicht schwierig werden kann.
Trotz allem und genau deshalb, ist es wichtig die Situation so anzunehmen wie es ist.
Gar nicht so einfach. Als die Schwestern im Krankenhaus mir zum Zufüttern rieten, heulte ich Rotz und Wasser, weil ich das doch in jedem Falle vermeiden wollte. Ich hatte Angst, bald mit der Flasche dazusitzen.
Doch meine Sorge war völlig unberechtigt. Als ich in meinem Zuhause, meinem gewohnten Umfeld angekommen war und endlich auch in Ruhe mit meinem Freund und unserem neuen Mitbewohner im Bett kuscheln konnte, floß auch die Milch.
Also – hast Du Sorge, dass es mit dem Stillen nicht einfach werden könnte oder es Schwierigkeiten mit dem Stillstart geben könnte, dann versuche Dir möglichst ein Dich unterstützendes Klima zu schaffen.
Und vor allem solltest Du es Dir erlauben, die Situation so zu akzeptieren, wie sie ist. Alles darf sein!

Yogaübungen für den oberen Rücken  

Diese Yogahaltungen sind eine Erinnerung an Deine Selbstfürsorge. Denn nur wenn sich Mama gut versorgt, kann sie auch ihr Baby entsprechend gut pflegen.
Mit Asanas die Du gut in den Alltag einbauen kannst, entlastest Du Deinen Rücken, stärkst den Schultergürtel und entspannst den Nackenbereich.

Schulter-Bewusstsein

Komme in Rückenlage. Bringe Deine Füße parallel zur Decke und Dein Fingerspitzen ebenfalls.
Anschließend ziehe einatmend so weit mit den Fingerspitzen nach oben Richtung Decke, dass Du spürst, wie sich Deine Schulterblätter von der Erde lösen. Ausatmend legst Du die Schulterblätter wieder weit und entspannt auf der Erde ab. Wiederhole dies für mindestens 10 Mal. 

 

Herabschauender Hund

Komme in den Vierfüßlerstand. Stelle Deine Knie etwas weiter hinter dem Becken ab. Von dort schiebst Du das Gesäß nach oben Richtung Decke. Beuge die Beine, um den unteren Rücken strecken zu können.
Rotiere die Arme nach außen, öffne Dein Herz: Tauche mit dem Oberkörper zwischen den Armen hindurch.

 

Schulter-Kriya

Diese dynamische Übung stammt aus dem Kundalini Yoga und öffnet vor allem Dein Herz.
Bringe Deine Finger auf die Schultern, so dass alle Finger nach vorne schauen, nur der Daumen nach hinten.
Beginne nun Dich von links nach rechts zu drehen. Dabei atmest Du nach links drehend ein und nach rechts drehend aus. Führe die Bewegung für 2 Minuten aus und gerne auch länger.

Passiver Herzöffner in Rückenlage

Lege ein Yogabolster oder eine eingerollte Decke längs oben auf Deine Matte. Eine zweite Unterstützung (Bolster, Decke) bringst Du quer unten auf die Matte.  Komm in Rückenlage und lege Dich dabei mit dem Rücken auf das Bolster. Deine Kniekehlen unterpolsterst Du auch. Deine Arme finden eine bequeme Position zu den Seiten auf der Erde liegend oder auch gerne über dem Kopf ineinander gegriffen.
Bleibe hier für mindestens zwei Minuten.

Bitte warte zumindest bis zu 8 Wochen nach der Geburt mit diesen Yogaübungen und beachte auch immer folgende Hinweise.

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