Rituale für die Yoga-Familie

Yoga Familie

Die Vereinbarkeit von Yoga-Praxis und dem Familienalltag ist nicht immer leicht! Viele Mamas melden mir zurück, dass sie zuhause häufig zu nichts kommen – an eine regelmäßige Yogapraxis ist da gar nicht zu denken und klar, auch ich habe solche Tage. Da finde ich weder die Zeit, noch die Energie meine Matte auszurollen. Ich nehme mir vielleicht noch vor eine Meditation vor dem Zubettgehen zu machen und schlafe dann dabei ein.
Aber Yoga ist ja soviel mehr als Asana und es kann auch unseren Alltag mit Kindern bereichern, ja und es bietet uns auch die Möglichkeit unsere Familienmitglieder an einem yogischen Lebensstil teilhaben zu haben zu lassen – zum Beispiel mit diesen kleinen Ritualen:

1. Trance Dance – Musik an und tanzen!

  1. Diesen Begriff kenne ich vor allem aus dem Prana Flow Yoga von Shiva Rea. Trance Dance befreit und öffnet Dich Deiner ganz persönlichen kreativen Energie.
    Und das geht auch mit Kindern! Kinder lieben es sich zu bewegen, mögen Musik und Du kannst es wunderbar auch mal zuhause, vielleicht an einem Regentag einbauen.
    Ich mache das übrigens auch gerne mit meinem Baby, allerdings vor allem als er noch kleiner war – jetzt ist er schon etwas schwer.
    In Trance musst Du Dich im Übrigen natürlich nicht tanzen, es geht einfach um die kreative Bewegung und um das fühlen von Shakti-Energie!
  2. Spiel mit dem Feuer – Tratak

    Traditionell ist Tratak ein Kriya, eine Reinigungstechnik. Dabei wird der Blick auf eine brennende Kerze fixiert, im Idealfall ohne die Augen zu schließen. Diese Beginnen dann zu tränen und sollen so eine Reinigung erfahren.
    Was Du mit Kindern gut machen kannst, ist einfach gemeinsam in die Flamme zu blicken und dem Flackern zuzusehen.
    Das ist jetzt das absolute Gegenteil vom “Trance Dance” – denn hier geht es eher um den beruhigenden, meditativen Effekt. Kinder haben Spaß daran, die Kerze selbst mit einem Streichholz anzuzünden und freuen sich, wenn sie die Kerze auspusten können. Vielleicht erzählst Du dazu eine schöne Geschichte, darüber, dass in jedem von uns auch ein Herzens-Feuer brennt, das niemand löschen kann.

  3. Acro-Yoga Session

    Ich hatte ja bereits erwähnt, dass die meisten Kinder Freude an Bewegung haben. Mit Begeisterung üben sie kleine Kunststücke und präsentieren stolz ihr Können.
    Baut doch einfach mal eine kleine Acre-Yoga-Session zuhause ein. Dazu braucht noch nicht mal eine Matte, der Spielteppich im Kinderzimmer tut es  auch.
    Wenn Du noch nie Acre-Yoga gemacht hast, kannst Du ja einfach mit einer ganz simplen Übungen starten und Dich in Rückenlage kommen und Deinen Nachwuchs auf Deinen ausgestreckten Armen und Beinen balancieren.
    Wenn Du noch mehr Anregungen für gemeinsame Yoga-Zeit brauchst, kann ich Dir sehr das Buch von Sonja Zernick-Förster empfehlen. Sie hat sich ganz dem Thema “Eltern-Kind-Yoga” verschrieben und hat in ihrem Buch viele tolle Partnerübungen zusammengestellt.

  4. Schlachte eine Kokosnuss!

    Dies hat zwar vorrangig nichts mit Yoga zu tun, sondern hat eher eine traditionelle Bewandtnis: in Indien schlachtet man bei religiösen Zeremonien, an besonderen Tagen und Ereignissen eine Kokosnuss.
    Kinder freuen sich einfach an der nicht so leichten Aufgabe, an das süße Fleisch und den Saft der Kokosnuss zu kommen. Da wird mit dem Bohrer gebohrt und mit dem Hammer gehämmert (das ganze natürlich unter der Aufsicht von Erwachsenen!), denn in unseren Breitengraden, haben wir meist keine Machete im Küchenschrank, um eine Kokosnuss zu öffnen.
    Mit den Schalen der Nüsse lässt sich dann auch etwas schönes basteln. 

  5. Gehmeditation

    Meditieren während des Gehens ist etwas, das Du nicht nur beim Kinderwagen-schieben gut machen kann.
    Auch bei gemeinsamen Spaziergängen mit Kindern, lassen sich Momente der Achtsamkeit einbauen: Wir waren vor kurzem wandern und ich habe meinen Freund gebeten, dass wir einen Teil der Strecke schweigend zurück legen. Ich wollte mich ganz auf die Geräusche des Waldes und die Ruhe der Natur konzentrieren. Das beruhigt und erfrischt mich irgendwie.
    Kinder tut das auch gut! Vielleicht schaffen sie es nicht nicht so lange, aber es lässt sich gut vorher eine gewisse Zeitspanne vereinbaren, um sich ganz der Umgebung zu widmen. Wer entdeckt etwas Besonderes, wer hört ein interessantes Geräusch?

  6. Mantra-Konzert

    Zuhause hören wir gern Krishna Das, Daphne Tse und Snatam Kaur. Das Singen von Mantras macht einfach gute Laune! Schon im Babybauch habe ich meinem Sohn Mantras vorgesungen und gechantet.
    Mantras haben meist eingängige Melodien und einen einfachen Text, der sich immer wiederholt – das ist für Kinder leicht zu lernen. Wenn Du ihnen dann noch von der Zauberkraft der Sanskrit-Worte erzählst, haben sie bestimmt Lust mitzusingen.
    Wenn Deine Kinder noch kleiner sind, kannst Du Mantras statt der bekannten Kinder- und Schlaflieder einsetzen. Mein Favourite dafür ist “RA MA DA SA SA SAY SO HUNG”

Und jetzt bin ich gespannt, was ihr so für yogische Familien-Rituale habt!
Dieses Thema ist unerschöpflich! Segnet ihr euer Essen? Habt ihr ein Dankbarkeits-Ritual? Was ist Dein Lieblingsmantra?
Ich freue mich auf Anregungen!

Schreibe einen Kommentar