Meditation every damn day – Im Mama-Baby-Alltag wirklich möglich?

Meditation Mama Baby

Puh, ich gebe es zu: In den letzten Wochen war ich häufiger auf dem Spielplatz als auf der Yogamatte, vom Meditationskissen ganz zu schweigen. Die frühen Morgenstunden unseres Tages begannen mit dem Gezwitscher der Vögel – aber leider nicht um mich in Achtsamkeit zu üben, sondern eher um Frühstück zu machen und das Entertainment-Programm zu starten. Meine Abende waren davon geprägt, mein weinendes, zahnendes Kind zu beruhigen. Die Zwischenzeit dann angefüllt mit Haushaltskram, Krabbelgruppen, Spiele-Dates und Gassi gehen.
Wann genau sollte ich da noch Zeit für Yoga und Meditation haben? Yoga kann ich auch mit Baby machen – aber zur Ruhe kommen, den Atem beobachten und meditieren? No Chance to dance, Freunde!

Meditation wirkt gegen Stress und fördert positives Denken

Manager tun es um ihre Konzentrations- und Merkfähigkeit zu verbessern, Führungskräfte und Vorstände besuchen Achtsamkeit-Seminare, große Firmen bezahlen Coaches, um ihre Mitarbeiter in den höheren Ebenen stressresistent und leistungsfähig zu machen – mit Meditation.
Und eine Mutter ist ja fast genau das gleiche wie eine Führungskraft mit viel Verantwortung und Entscheidungsgewalt. Okay, nicht so gut bezahlt. Aber dennoch profitieren auch wir Mamas und Papas vom “achtsamen Sitzen”.
Die positiven Effekte von Meditation sind längst wissenschaftlich nachgewiesen – besserer Schlaf, vermindertes Schmerzempfinden, höhere Belastungsfähigkeit, die Liste der “Super-Power-Kräfte” liest sich sehr verlockend.
Das alleine ist eigentlich schon Motivation genug um zu einer regelmäßigen Meditations-Praxis zu finden.

Aber wie finde ich vom Mama-Universum auf´s Meditationskissen?

Eine Lösung muss her. Denn es heißt nicht so oder so ähnlich: “Hast Du keine Zeit  täglich für eine halbe Stunde zu meditieren, solltest Du es eine ganze Stunde tun.”?
Ich entdeckte eine CD mit dem Titel: “7 Morgenmeditationen – Archetypische Einstimmung auf jeden Tag der Woche” des Meditations-Coachs Rüdiger Dahlke.
Das klingt verlockend: Ich muss nur wenige Minuten investieren, mir wird täglich ein passendes Programm serviert – alles was verlangt wird, ist Raum für die Meditation zu schaffen.
Klingt einfach, für mich derzeit aber fast ein Ding der Unmöglichkeit. Kann ich es trotzdem schaffen, einfach weil ich diszipliniert bin und einen starken Willen habe?

Hier kommt mein Erlebnisbericht – quasi mein Meditations-Tagebuch – Tag für Tag:

Montag, 7.8. – 19:41 Uhr

Shit, shit, shit – wo ist nur diese CD hin. Ah zum Glück im Bücherregal, ganz oben, damit der Kleine nicht hin kommt. Okay, es ist zwar nicht mehr am Morgen, aber heute wollte ich schließlich mit meinem Experiment beginnen. Also los, CD rein und Kopfhörer ins Ohr – aber nur einen, denn mit dem anderen muss ich aufs Babyphone lauschen. Es geht nicht anders, ich bin alleine und die Zeit bis heute früh kann ich nun mal nicht zurückdrehen. Die Meditation dauert 6:55 Minuten das sollte wohl hoffentlich hin hauen.
Ups, da spricht ja eine Frau. Dabei dachte ich Rüdiger ist ein Männername.
Oh toll, es geht um den Mond und die weibliche Energie. Spannend. Jetzt muss ich mich aber mal darauf einlassen.

Huch, schon vorbei. Das ging aber schnell. Ich besitze sie also doch, die Zeit zum ruhigen, achtsamen Sitzen. Man muss es nur tun – und wollen.
Der Start in die Woche, sagt die Sprecherin hat etwas Weiches, Rhythmisches und Fließendes. Verbunden mit der Farbe Blau und dem Element Wasser.
Sehr schön anzuhören. Leider etwas sehr schnell gesprochen, ich kann mich kaum sortieren.
Und ich muss definitiv noch Sitzen bleiben und einfach den Luxus genießen, dass es ich es gerade kann.

Meditation im Mama-Baby-Alltag

Dienstag, 8.8.17 – 6:16 Uhr 

Ich bin schon über einer Stunde wach. Das Kind ist angezogen, gefüttert und frisch gewickelt. Ich bin noch im Schlafanzug und lege mich nochmal auf die Yogamatte im Wohnzimmer. 
Die Meditations-CD beginnt. Ja, ich kann die aggressiv-marsische Energie in mir aufsteigen spüren – während mein Einjähriger immer wieder den Rollo hoch und runter lässt. Warum genau habe ich nochmal gedacht, dass ich während unserer Morgenroutine eine kleine Meditations-Pause einlegen könnte? 
Ich muss es doch auf den Abend verschieben. Am besten am Abend vorher, sonst macht das mit der Einstimmung auf den Tag irgendwie keinen Sinn. 

Mittwoch, 9.8. – 21:17 Uhr 

So, der Tag ist vorbei. Trotzdem lasse ich die Einstimmung auf den Tag auf mich wirken. Zum Einen um mein Projekt nicht zu vernachlässigen, aber auch um anhand der sehr interessanten Beschreibungen auf meiner Mediation-CD den Tag zu reflektieren und noch mal Revue passieren zu lassen. 
Nach einer sehr entspannenden Yin Yoga Sequenz am Abend hänge ich die Meditation einfach noch “hinten dran”. Wie habe ich den heutigen Tag, diesen Mittwoch, mit seinen Themen “Vermittlung, Verbindung, Verhandlung, Kommunikation” und der Energie des Merkurs wahrgenommen und erlebt?
Die bewusste Verbindung mit dem Atem tut gut – egal zu welcher Uhrzeit. Gleichzeitig erinnert mich Rüdiger Dahlke mit seiner ruhigen Stimme daran, dass es auch der Atem ist, der mich mit der Aussenwelt verbindet. Seine Denkanstösse bringen mich auf Ideen, lassen neue Assoziationen entstehen. 

Donnerstag, 10.08. – 21:32 Uhr 

Auch heute schaffe ich es erst wieder am Abend meine Meditation für den Morgen zu hören. Ich fühle mich ein bisschen Loser-mäßig… 
Zum Glück werde ich sofort abgelenkt von Jupiter und seine Prinzipien Wachstum und Expansion. Ich darf mir Situationen in Erinnerung rufen in denen ich Großzügigkeit und Toleranz erfahren erlebt habe. Wohlwollen und Weisheit sollen meinen Tag (der ja leider schon vorbei ist…) heute begleiten.

Meditation Mama

Freitag, 11.08. 

Tja, heute habe ich leider einfach nicht hingekriegt. Stressiger Tag, viel zu tun, bäh. Ich muss was ändern. 

Samstag, 12.08. – 7:13 Uhr 

Yeah! Ich habe was Neues ausprobiert und bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. 
Zuerst habe ich meinen Sohn gewickelt, angezogen, Frühstück gemacht, gefrühstückt, den Hund versorgt und dann das Kind dem Vater in die Hand gedrückt und mich noch mal ins Bett gelegt. (Ja, diese Meditationen darf man im Liegen machen!) 
Heute spricht nochmal die Frauenstimme zu mir. Es geht um den Samstag, als eigentlichen Ruhe-Tag der Woche, um die Besinnung auf Gott, das Göttliche. 
Ich darf los lassen was mich behindert. Darf mich heute auf das Wesentliche konzentrieren. 

Sonntag, 13.08. – 7:34 Uhr 

Die positive Erfahrung des gestrigen Tages nehme ich natürlich in meine sonntägliche Meditation mit und bringe erstmal die morgendliche Mama-Baby-Routine hinter mich. Danach darf ich mich noch einmal in die Horizontale bringen und auf den Sonntag – den Sonnen-Tag – einstimmen. 
Einen Tag zum Feiern und zum Strahlen. 
Und dieses Strahlen, in den Augen und in den Herzen, nehme ich tatsächlich mit in den neuen Tag. Ich fühle mich gestärkt, ge-coacht. Es ist einfach sehr viel sinniger, die Morgen-Meditationen auch am Morgen auszuführen… Deshalb werde ich jetzt noch einmal von vorne beginnen und die nächste Woche mit der CD in den Tag starten. 

Was habe ich jetzt aus diesem Experiment gelernt – 3 Tipps für Meditation im Alltag mit Baby oder Kleinkind: 

1. Was nicht passt, wird passend gemacht!

Es gibt keine feste Uhrzeit, die für Jeden passend ist – sondern wir müssen unsere Meditations-Praxis an unsere Lebensgegebenheiten anpassen! Soll es nun eine Morgen-Meditation sein, so muss sie sich nun mal auch in die Abläufe einer Mutter anpassen. Für Dich ist es vielleicht eher der Abend der sich anbietet. Oder die Mittagspause, wenn das Baby schläft. Oder auf der Parkbank, wenn Dein Kleines im Kinderwagen eingeschlummert ist. Vielleicht auch wenn Dein Mini in der Kita ist. Oder wenn Papa gerade mit ihm im Kinderzimmer tobt.
Du findest einen Zeitpunkt der für DICH passt. Du musst eventuell ein bisschen rumprobieren. 

2. Finde Deine Routine!

Hast Du per Trial-and-Error den leichtesten Weg auf´s Meditationskissen gefunden, steigt die Wahrscheinlichkeit das es Dir auch am nächsten Tag gelingt. So kann sich ein routinierter Ablauf entwickeln, der so zu einem festen Tagesordnungspunkt werden kann.

3. Geführte Meditationen helfen beim Kopf-Kino ausschalten

Ich neige dazu meinem Affen Zucker zu geben und mich während des achtsamen Sitzens total im Gedanken-Chaos zu verrennen. Mein Tipp an Dich: Übe mit einer CD und einem Thema das Dich anspricht. Zum Beispiel mit den Morgenmeditationen von Rüdiger Dahlke – die CD kannst Du übrigens hier auf meiner Facebook-Seite gewinnen! 

Morgenmeditationen

 

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