Mama macht sich selbstständig!? Erfolgreich ein Yogastudio & Deine Familie managen

Mama Selbstständig

Im Yogabusiness gibt es einige sehr erfolgreiche Frauen: Sie geben mehrere Klassen die Woche, führen ihr eigenes Yogastudio, managen Personal, Studioorganisation, Retreats, Workshops, Teacher-Trainings UND eine Familie.
Ich habe mich gefragt: “Wie machen die das?” und habe in Jasmina Berger eine solche Yogamami gefunden. Sie führt das Studio care Pilates & Yoga in Tostedt bei Hamburg. Jasmina wird im August diesen Jahres umziehen und in diesem Zuge einen neuen Raum für Yoga kreieren: Das Studio  “Mattenliebe” in Bocholt wird also ihr nächstes Projekt! Sie hat ein paar Ratschläge für Dich, wenn Du auch darüber nachdenkst “mom-preneur” zu werden oder wenn Du Yogalehrerin bist und über Familienplanung nachdenkst.

Mama macht sich selbstständig

Du bist seit 10 Jahren selbstständig als Yoga- und Pilatestrainerin. Welche Vorteile siehst Du ganz klar für Dich und Deine Familie in der Selbstständigkeit?

Jasmina: Die freie Zeiteinteilung ist das Beste. Ich habe angefangen Stunden zu geben, als meine Jungs noch ganz klein und meine Tochter knapp 8 Jahre alt war.
Zuerst nur Vormittags während der Kinderbetreuungszeiten im Verein, indem ich damals angefangen habe. Später – dank großartigem Babysitter – 2 mal pro Woche abends.
Mein Mann hat sehr schnell gemerkt, dass das mehr ist als ein Hobby und mich überall unterstützt, obwohl er unter der Woche nie vor 22:00 Uhr zu Hause war. Aber wenn ich eine Fortbildung hatte, war Daddy mit den Kids alleine. Das ganze Wochenende und manchmal länger. Er hat sich dafür sogar Urlaub genommen, um mir Rückhalt zu geben.
Die Selbständigkeit an sich hat den großen Vorteil, dass ich auch selbst entscheide was geht, und was nicht.
Außerdem lernen meine Kinder Strukturen, die in anderen Familien so nicht umsetzbar sind.
Ich glaube, dass meine Jungs dadurch auch ein sehr emanzipiertes Frauenbild bekommen haben. Meine große Tochter ist nun fast 18 und sagt mir oft, wie stolz sie ist, dass sie selbständiger sein musste als Andere und dadurch heute einfach auch viel selbständiger ist.

Die ultimative Super-Mami ist man dann einfach nicht

Es gibt für selbstständige Frauen keinen gesetzlichen Mutterschutz oder Elternzeit – wie empfiehlst Du diese Situation zu handeln?

Jasmina: Das ist eine Frage der Organisation. Ohne einen Partner, der das unterstützt, oder Familie im Backround, ist das schwierig. Frau muss sich das vorher gut überlegen, ob und wie sie es umsetzen kann. Letztlich muss man als Mama eine Entscheidung treffen und dann auch damit klar sein. Meine eigene Mutter hat immer gearbeitet und ich wollte auch immer meine eigene Arbeit haben, unabhängig vom Gehalt meines Mannes sein.
Die ultimative Super-Mami ist man dann einfach nicht. Aber das wollte ich auch nie. Ich gehe nicht mal freiwillig zu Elternabenden und meine Selbständigkeit ermöglicht es mir, die abgefahrensten Cupcakes mit Spiderman-Motiv einfach irgendwo zu bestellen. Und zwar bei einer anderen Mami, die sowas eben kann. Ich kann es definitiv nicht und ich habe auch keine Lust auf diese typischen Bastel, Back und Mutterkind-Events.
Also alles in allem steht man vor der Entscheidung, wie man es handeln WILL. Und dann muss man zu 100% dahinter stehen. Ohne schlechtes Gewissen!

Je stressiger, desto besser.

Ich habe letztens von einer selbstständigen Frau gehört, sie habe noch im Kreißsaal mit dem Steuerberater telefoniert. War die Schwangerschaft für Dich herausfordernder, weil Du im Job vieles selbst managen musst?

Jasmina: Ja, selbstverständlich. Aber ich mag das auch so. Vielleicht bin ich hyperaktiv. Auf jeden Fall haut mein Pitta mich manchmal durch die Decke, weil ich immer mindestens 3 Projekte am Start habe. Je stressiger, desto besser.

Wie gehst Du mit Sorgen und Ängsten rund um Dein eigenes Business um?

Jasmina: Ich habe eine sehr gute Steuerberaterin, die auch meine Anwältin und Freundin ist. Wenn sie mich nicht auf den Boden zurück holt, dann mein Mann. Er ist Prozessberater ERP. Bester Mann für die Optimierung meiner Prozesse. Aber wenn er meinen Schreibtisch sieht möchte er, glaub ich, immer bei mir kündigen.

Mama macht sich selbstständig

Gibt es klare Zeiten für Familie und Business – oder machst Du auch mal Sonntag morgens die Buchhaltung?

Jasmina: Man muss ganz klare Grenzen ziehen. Buchhaltung ist für mich, neben Wäsche bügeln das Allerschlimmste. Deshalb mache ich es nicht. Ich habe eine Zeit lang probiert alles selbst zu machen. Aber das ist Unsinn. Ich kann mich auf mein Business und auch auf meine Familie besser fokussieren, wenn ich alles abschaffe, was ich sowieso nicht kann. Sprich: Die Hemden meines Mannes, bügelt die Lebenshilfe und meine Buchhaltung macht das Steuerbüro. So habe ich mehr Zeit für Kurse, Workshops und Retreats, mit denen ich genau diese Menschen bezahle.

Wer unterstützt Dich, wenn die Kinder mal krank sind oder andere unvorhergesehene Dinge des Familienalltags eintreten?

Jasmina: Früher hatte ich einen tollen Babysitter. Christina hat schon mit 12 Jahren meine Jungs versorgt. Inklusive Windeln wechseln etc. Sie war gute 8 Jahre bei uns. Jetzt studiert sie in Braunschweig irgendwas total cooles Technisches, was die Jungs begeistert. Wir haben immer mal wieder Kontakt und wenn sie bei ihren Eltern ist, besucht sie die Kinder und macht mit ihnen irgendwas, was ich nie mache, bzw, was mit mir nicht soviel Spaß macht.
Ansonsten ist mein Studio nur 2 Straßen von zu Hause entfernt. Wenn heute mal einer krank ist, bleibt er zu Hause und meine Teilnehmer wissen, dass wenn das Handy klingelt, dann ist es eben wichtig. Klappt prima.

Jasmina Berger

Wenn Du planvoll organisierst, ist die Selbstständigkeit vor allem Erfüllung

Was würdest Du anderen Mamas raten, die mit dem Gedanken spielen sich selbstständig zu machen?

Jasmina: Überlegt euch genau, was ihr wollt! Ich denke das schlechte Gewissen, nicht dem Idealbild einer Super-Mami zu entsprechen, ist das Schlimmste. Die Umwelt reagiert entsprechend auf Dich. In unserem Dorf gibt es Kritikerinnen, weil ich meinen Jungs zutraue mit 10 Jahren auch mal eine Waschmaschine zu bedienen… die armen Kinder! Muss man sich mal vorstellen. Aber wenn Frau sich da ganz klar ist und planvoll organisiert, dann ist die Selbständigkeit nicht nur Herausforderung, sondern vor allem Erfüllung!

Kinder werden selten so, wie man es sich wünscht und vorstellt

Und was empfiehlst Du selbstständigen Frauen, die sich mit Kinderwunsch und Familienplanung auseinandersetzen?

Jasmina: Kinder sind anstrengend. Sie werden selten so, wie man es sich wünscht und vorstellt. Da muss eine Menge spontane Gestaltungsimprovisation drin sein. Attacke! Auf ins Abenteuer! Und immer für Auszeiten sorgen, sonst leidet immer irgendwer, vor allem Frau selbst!

Hast Du ein persönliches Mantra für Dein Leben als “Mami-on & off-the-mat”?

Jasmina: Nein. das ist jeden Tag ein anderes. Aber ich versuche aus jedem Tag das Beste zu machen und nach Möglichkeit auch dafür zu sorgen, dass es allen anderen gut geht.

Vielen Dank liebe Jasmina für Dein motivierendes und positives Interview!

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