Dukha – ich fühle mich schlecht!

Dukha

Oh, ich fühle mich zur Zeit richtig mies.
Ich habe durchaus schon herausfordernde Jobs in meinem Leben gehabt, aber das Mama-Dasein empfinde ich im Moment stellenweise wirklich belastend. Komisch, habe ich mich doch (wahrscheinlich im Rausch der Hormone) auch vor kurzem schon sagen hören, dass es mein bisher bester und liebster Job sei, ein kleines Baby zu betreuen.

Am schlimmsten war es letzten Sonntag: Ich habe Baby-frei bekommen und bin in ein neues Yogastudio gegangen. Ich habe mich gefreut wie ein Veggie-Schnitzel, dass ich mal 90 Minuten (plus Hin- und Rückfahrt!) nur für mich und meinen Körper, meinen Geist und meine Befindlichkeiten habe. 
Auf dem Weg nach Hause ließ meine überschwängliche “Ich-bin-so-happy-nach-der-Yogatunde” Begeisterung mit jedem Meter den ich näher an mein Zuhause kam, nach. Es wurde sogar noch schlimmer: Mit jedem Meter wurde der Wunsch, jetzt nicht nach Hause zu fahren, größer. “Soll ich noch tanken fahren? Oder was einkaufen?” 

Hach, mein altes Leben…

Was war los? Vor ein paar Wochen, habe ich mein Baby doch schon während eines 2 stündigen Zahnarzttermin vermisst und das Gefühl gehabt, es sei in der Zeit gewachsen und ich hätte Wichtiges verpasst. 
Meine Gedanken waren eher: “Ach war das schön, als ich früher einfach ins Yogastudio gehen konnte, wann ich wollte. Und danach in die Badewanne. Oder shoppen. Oder einfach spontan übers Wochenende einen City-Trip machen. Oder mal abends lang feiern und tanzen. Oder einfach mal eine komplette Staffel Sex and the City an einem Wochenende gucken…” 

A Mothers Mind – total überfüllt!

Mit meinem kleinen Mini zuhause sind diese Sachen gerade irgendwie nicht drin. Klar, manches lässt sich machen. Aber es ist mit Organisationsaufwand verbunden. Und für diese Organisation muss ich manchmal all´meine, durch Stillen noch nicht in Mitleidenschaft gezogene, Gehirnzellen aktivieren. 
Habe ich jetzt wirklich genügend Windeln/Mahlzeiten/Wechselkleidung/Bespaßungsprogramm dabei und bin auf alle Eventualitäten vorbereitet?
Zu allem Überfluss kamen auch noch andere Gedanken hinzu: “Wer sittet das Baby während ich Yogaunterricht gebe? Was muss noch für die anstehende Familienfeier vorbereitet werden? Was soll ich eigentlich nächste Woche in meiner Mama&Baby Yogastunde unterrichten? Oh, Gott habe ich etwa schon wieder einen Termin beim Kinderarzt vergessen?” 

Und als ich dann endlich vor meinem trauten Heim angekommen war, bin ich völlig gedankenverloren in einer circa 30 Meter großen Parklücke an das Auto meines Freundes gefahren. Ich habe also gleichzeitig zwei unserer Autos angeschrammelt. Toll. 

Die Rettung für die Yogamama: Patanjali und Stephanie

Mein ganz großes Glück war, das ich vor einigen Wochen das Buch “Das Karma, meine Familie und ich” von der wunderbaren Stephanie Schönberger gelesen hatte. 
Ich wusste durch diese Lektüre also, dass ich auf Grund von meinem völlig überfüllten Geist (die Yogis sagen Citta) gegen das Auto meines Freundes gedonnert war und einen Teil der Stoßstange weggerissen hatte. Okay, macht die Sache nicht besser. Es gibt aber Hilfe: Etwas das wir immer dabei haben und das nichts kostet. Der Atem ist unser Wegweiser heraus aus dem Karussell-fahrenden Gedanken-Chaos im Kopf.

Und Stephanie würde mir auch sagen: “Antje, Du hast Dukha (Leid). Aber keine Sorge, denn Patanjali sagt auch, dass zukünftiges Leid vermieden werden kann.”
Sie hat Recht und noch etwas fiel mir wieder ein: Es gibt da doch noch meine Purusha-Insel in mir! Mein ganz eigener Rückzugsort, wo Dukha, Tamas und Samskaras keine Chance haben.
Mithilfe meines ruhigen Atems suche ich also den Weg auf Purusha Island und sammle die abgefahrene Stoßstange wieder von der Straße und denke nicht an das Gesicht meines Freundes, wenn ich ihm dieses gleich vor die Nase halten werde. Und ich nehme mir vor, beim nächsten Mal gleich den Abzweig auf die Insel zu nehmen, statt vorher in Dukha so richtig baden zu gehen.
Danke an Stephanie Schönberger für die tolle Inspiration! 

Das Karma, meine Familie und ich

Weiterlesen!

Wenn Du jetzt neugierig geworden bist, dann solltest Du Dir unbedingt Stephanies Buch besorgen! Zu Recht wurde es schon auf vielen Yoga-Mama-Blogs und auf allen Social Media Kanälen vorgestellt und gelobt! Es ist ein wunderbarer Mutmacher für alle Mamas und Papas – egal ob Yoga-Background oder nicht. Ich kann so einen Mutmacher ab und zu dringend gebrauchen und dann lese ich ein bisschen in ihren persönlichen Erzählungen und fühle mich gleich besser. Es tut nämlich gut, wenn man weiß, dass man nicht alleine ist.

Related Post

5 Gründe, warum Yoga die perfekte Mama-Burnout-Prä... Kennst Du das, wenn Dir ein Thema immer wieder begegnet, ja sich förmlich aufdrängt? In der letzten Zeit habe ich in sozialen Medien immer wie...
Satya – oder für mehr Realness unter Mamas u... You are Superwoman! Wie leicht es einem doch fällt, dies über jemanden anderen zu sagen. Und wie schwer es manchmal ist, sich selbst als Superwoman zu...
Schöner Hängebusen – oder – Ich bin ni... Die Identifikation mit dem Körper ist zwecklos. Sagt die Philosophie des Yogas. Sich nicht mit dem Körper zu identifizieren ist ein schweres Unterfan...

Schreibe einen Kommentar