Euer Herz schlägt analog! Fünf Tipps für mehr wertvolle Familienzeit von Gastautorin Karoline Mohren

Digital Detox

Für mich ist es Zeit für einen Digital Detox! Im Internet kann man ja herrlich viel Zeit verblödeln und man sollte echt mal mitzählen, wie häufig man am Tag sein Telefon in die Hand nimmt, um nicht damit zu telefonieren.
Auch im Familienalltag ist die Mediennutzung ein wichtiges Thema, zu dem Eltern eine konsequente Meinung vertreten sollten.
Karoline Mohren ist Expertin auf dem Gebiet “Digitaler Dschungel” und schreibt darüber auf Ihrem Blog “Karoline Mohren – Mein Herz schlägt analog“. Für Yogamami.blog hat sie 5 Tipps für euren Digital Detox und mehr Familienzeit.

Zugegeben: Als mich Antje spontan fragte, ob ich zu ihrem Monatsthema „Detox“ einen Gastartikel beisteuern würde, dachte ich erstmal: „Klar … aber ich habe ja gar keine Kinder.“

Es stimmt. Ich habe keine. Dennoch habe ich zum Thema Familie/Kinder und Digitalisierung einiges zu sagen. Denn: Ich habe zwar keine eigenen Kinder. Aber ich habe Familie. Und auch in meiner gibt es Diskussionen. Zum Beispiel darüber, ob es okay ist, wenn an der Geburtstagskaffeetafel alle ihre Handys auf den Tisch packen. Du kennst solche Debatten sicher.

Wegzudenken sind digitale Geräte und Inhalte aus unserem Alltag nicht mehr. Und mir ist auch immer wieder wichtig zu betonen, dass ich nicht gegen die Digitalisierung bin. Ich finde es nur fragwürdig, wenn wir alles, was sie mit sich bringt, ohne Bedacht und ohne Limit konsumieren. Vor allem als Eltern, die möchten, dass ihre Kinder ein gesundes Verhältnis zu digitalen Medien aufbauen.

Mir geht es um die digitale Dosis in unserem Leben. Denn die Dosis macht das Gift.

Bewusst dosiert macht Digitales Spaß und Sinn. Überdosiert vergiftet es langsam aber stetig unser (Familien-)Leben. Der Begriff „Digital Detox“ kommt nicht von ungefähr – auch wenn das Wort „Detox“ inzwischen marketingtechnisch für so ziemlich alles herhalten muss.

Wie bekommst Du es in Deiner Familie also hin, dass Ihr Euch anschaut und zuhört, statt ständig auf ein Display zu starren? Dass Ihr gemeinsame Zeit ungestört von blinkenden und bimmelnden Handys genießen könnt?

Hier habe ich für Dich fünf grundlegende Tipps, wie das gelingen kann:

1. Informiere Dich

Kann sein, dass Du das sowieso schon machst. Aber ich erwähne es trotzdem, weil ich häufig mitkriege, dass Eltern sich zum Beispiel genötigt fühlen, ihren Kindern ein Smartphone zu kaufen, weil die anderen Kinder eben auch eins haben. Der Satz „Der XYZ hat/darf das aber auch“ gehört ja zum Standardrepertoire der Kids und war schon zu meiner Zeit das ultimative Druckmittel.

Deswegen: Informiere Dich objektiv. Nicht nur in Gesprächen mit anderen Eltern, sondern auch auf Websites wie zum Beispiel der der Medieninitiative „Schau hin“. Dort findest Du auf viele Fragen eine kompetente, meist wissenschaftlich fundierte Antwort. So kannst Du Dir Deine eigene Meinung zu bestimmten Aspekten der Mediennutzung bilden.

2. Findet gemeinsam Regeln

Wo Menschen zusammenleben, gibt es Meinungsverschiedenheiten. Wenn jeder macht, was er will, führt das schnell zu Konflikten. Bei der Mediennutzung ist das nicht anders.

Anstatt nur situationsbezogen zu reagieren und möglicherweise von früheren Aussagen abzuweichen („Letztens hast Du noch gesagt, dass …“), setz‘ Dich mit Deinen Lieben an einen Tisch und überlegt gemeinsam, wie, wann und auf welche Art und Weise Ihr Medien in Eurer Familie nutzen wollt. Dabei können Dir die Infos, die Du recherchiert hast, weiterhelfen.

Herauskommen können dabei beispielsweise feste Zeitkontingente für bestimmte Geräte bzw. Anwendungen oder regelmäßige handyfreie Zeiten oder Tage. Kontrollieren lassen sich solche Regelungen unter anderem mit Apps wie „Quality Time“, die Ihr auf Euren Handys einrichtet (wie „Quality Time“ funktioniert, kannst Du auf meinem Blog nachlesen).

Entscheidend ist, dass jede Meinung gehört und diskutiert wird. So hat am Ende jeder das Gefühl, an den Regeln mitgewirkt zu haben. Damit das Ganze dann auch Bestand hat und es nicht ständig wieder zu „Verhandlungen“ kommt, beherzige den nächsten Tipp. Er hilft auch dann, wenn Ihr etwas ratlos seid, welche Regeln Ihr aufstellen solltet.

3. Setzt einen „Mediennutzungsvertrag“ auf

Das klingt vielleicht erst einmal bürokratisch und nach viel Aufwand. Aber es gibt im Netz eine Website, mit der das Gestalten eines solchen Vertrags spielerisch leicht geht. Auf Mediennutzungsvertrag.de  könnt Ihr Euch mithilfe des interaktiven Konfigurators auf gemeinsame Regeln einigen, diese anschließend ausdrucken, von allen unterschreiben lassen und an einen zentralen Ort hängen.

Eine sinnvolle und gerechte Angelegenheit – weil sich ALLE (ja, auch die Erwachsenen!) an den Vertrag halten müssen.

4. Verknüpft medienfreie Zonen und Zeiten mit gemeinsamen Ritualen

Das könnte eine weitere Regel sein. Denkt darüber nach, wo digitale Geräte und Medien nichts zu suchen haben. Bei uns galt früher: Am Esstisch wird gegessen und sonst nichts. Das klingt angestaubt, aber ich sehe das bis heute so.

Es geht aber nicht nur um bestimmte Zeiten bzw. Anlässe, bei denen Smartphones unpassend sind. Ich empfehle generell, auch handyfreie Zonen einzurichten. Bei mir ist das zum Beispiel das Bad. Was habe ich morgens schon Zeit vertrödelt, weil ich erstmal Mails und News checken musste! Auch ins Kinderzimmer gehören Mediengeräte bis zu einem bestimmten Alter eigentlich nicht hin.

Leichter fällt die Umsetzung übrigens, wenn Ihr damit bestimmte Familienrituale verbindet. Das kann das gemeinsame Essen sein oder das abendliche Einsammeln aller Smartphones in einer dafür vorgesehenen Schublade. Aber auch gemeinsame Spaziergänge am Wochenende, regelmäßige Ausflüge oder Spieleabende ohne Handy. Je kurzweiliger, desto weniger werdet Ihr das Teil vermissen. Lerneffekt: Bewusst zu verzichten macht weniger abhängig.

5. Sei ein glaubwürdiges Vorbild

Das ist eigentlich eine Binsenweisheit und in meinen Augen Regel Nummer 1 für Eltern. Aber gerade in diesem Fall will ich auch das extra betonen. Es nutzt nämlich gar nichts, wenn Du von Deinen Kids erwartest, dass sie sich an die Regeln halten und Du selbst sitzt beim Essen und checkst Deine Mails oder verbringst abends viele Stunden am PC. Kinder beobachten genau und werden Dein Verhalten für normal und nachahmenswert halten!

Deswegen ist es fundamental wichtig, dass Du Deine eigenen digitalen Mediengewohnheiten kennst und Dich in bestimmten Bereichen reglementierst. Wie Du das hinkriegst? Dazu findest Du auf meinem Blog sehr viele Tipps und Anregungen.

Ich wünsche Dir viel wertvolle, analoge Familienzeit!

Deine Karo

Auf meinem Blog www.karolinemohren.de findest Du mehr über das Thema „Digital Detox“. Dort beschäftige ich mich auch nochmal ausführlich mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf Kinder und gebe weitere Tipps.

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