Achtsames Essen – so “entstresst” Du Dich!

Achtsames Essen

Ich habe mir gerade zwei riesige Teller Gemüsesuppe reingehauen. Ja, ich habe sie mir reingehauen. Weil heute nämlich mal wieder so ein Tag war, an dem ich gerade noch entspannt frühstücken konnte. Zwischendrin konnte ich mir dann noch ein Butterbrot und eine Banane reinziehen und sonst bin ich nur in der Gegend rumgehetzt, Termine abgearbeitet, Baby beruhigt, Baby bespaßt, Hund Gassi geführt und dann wieder von vorne.

Wenn man mich beim Essen sieht, hat man wahrscheinlich das Gefühl, ich würde wie eine gerettete Schiffbrüchige gerade mein erstes Mahl nach mehreren Tagen hungern, verschlingen. So in etwa sieht das wohl aus und mit achtsamen Essen hat das nichts zu tun. 

Mein Kind isst achtsam – ganz natürlich

Wenn man hingegen meinem Sohn beim Essen zusieht, stellt man folgendes fest: 
Neugierig schiebt er sich ein Stück Butterbrot in den Mund. Er macht ein erstauntes Gesicht: “So fühlt sich das also in meinem Mund an.” Er zerkaut die Brotstücke in seinem zahnlosen Mund, ganz bedächtig und in Ruhe. Bis nichts mehr da ist und der Mund leer ist. Dann legt er nach. Ein weiteres Stück zerknetet er mit seinen Händen, ganz zufrieden und erstaunt. 

Achtsames Essen ist etwas, für das ich mir in den letzten Wochen nie Zeit genommen habe. Ich war auch schon eher immer der “schlingende Typ”. In dem Buch, dass ich gerade lese, geht es auch um achtsames Essen. Es ist Teil eines achtsamen Lebens, seinen Sinnen den Genuss zu gönnen, die Nahrung wirklich erfahren zu können. Wirklich wahrnehmen wie das Essen riecht, schmeckt, aussieht. Wirklich wahrnehmen wie sich das Essen im Mund, in der Hand anfühlt. 
Etwas was mein Sohn völlig instinktiv “richtig” macht – etwas, dass ich völlig verlernt habe.

Klar hat Mutti immer gesagt: “Jeden Bissen 30 mal kauen!”
Aber machst Du das? 
Ist Nahrungsaufnahme oft nicht einfach eine Notwendigkeit, die man schnell “erledigt” bevor das Baby wieder quäkt, die Wäsche gewaschen werden muss oder der nächste Termin ansteht? 
Oder Du isst nebenbei immer mal wieder schnell einen Happen. 
Dabei ist das achtsame Essen auf mehreren Ebenen für uns sehr gesund: Der Magen-Darm Trakt profitiert von der gründlich zerkleinerten Nahrung, der Speichel und das langsame Kauen regen die Verdauung an, das Sättigungsgefühl wird wirklich wahrgenommen, es kommt nicht zum “Über-essen”. Und die Seele profitiert davon, dass Du während des Essens ganz im Hier und Jetzt bist. 
Ob Mama oder nicht – wer Stress im Alltag hat, der sollte sich auch die Zeit für eine “Mahl-Zeit” nehmen. 

Ich muss das achtsame Essen lernen

Während der letzten Löffel Gemüsesuppe erinnerte ich mich an die Buchpassage über das achtsame Essen und versuche richtig zu kauen, zu warten bis der Mund richtig leer ist. Mir Zeit nehmen, in Frieden zu essen. 
Es wirkt sofort: Ich nehme mein Essen ganz anders wahr. Und ich kann mich auch mehr daran freuen. Ich fühle mich entschleunigt. Die Hektik des Tages überträgt sich so nicht auch noch auf meine Mahlzeit, sondern ich kann sie als willkommene Pause schätzen. 

Eine tolle Übung für achtsames Essen habe ich hier gefunden: Die Rosinenübung aus dem MBSR (das steht für: Mindfulness-Based Stress Reduction). 
Sie hilft Dir im Hier und Jetzt anzukommen und Stress zu reduzieren. 

Probier´das achtsame Essen unbedingt mal aus! Und gerne berichte über Deine Erfahrungen!

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