5 Fragen an Bärbel Miessner – Yogalehrerin & Gründerin von YOGAMOUR

YOGAMOUR

Bärbel Miessner ist schon seit 1999 “in love with yoga” und hat deshalb 2010 die Online Plattform “YOGAMOUR” gegründet. Sie hat zwei erwachsene Kinder und verrät im Interview wie ihr Yoga geholfen hat, auch die schwierigen Phasen durchzustehen und ihr ganz persönliches Mama-Mantra.

Ich bin vor einigen Jahren auf Bärbels Youtube-Channel gestoßen und nicht nur ich war sofort von ihrem Konzept überzeugt: ihre 15-minütigen fließenden Yogasequenzen vor besonderer Kulisse wurden auf Youtube bis jetzt zwischen 30.000 und 300.000 mal aufgerufen!
Bärbel hat sich bei Jivamukti Yoga New York von David Life und Sharon Gannon als Yogalehrerin (800H) ausbilden lassen.
Ihr klares Ziel im Yogaunterricht ist Zufriedenheit statt Erleuchtung – auf ganzer Ebene: körperlich, geistig, seelisch. Kreativiät, Begeisterung und das Bedürfnis, die Früchte ihrer langjährigen Yogapraxis zu teilen und zur Selbständigkeit zu motivieren, legten die Grundsteine für YOGAMOUR.
Für alle die ab und zu länger als eine Viertelstunde üben möchten, gibt es mittlerweile sechs DVDs bzw. vier Apps – außerdem bietet Bärbel Yogaklassen in München oder Workshops und Retreats an. 

Yogamour

Ich freue mich sehr, dass mir Bärbel 5 Fragen rund um´s Yogi-Sein und Mama-Sein beantwortet hat!

Seit 2010 gibt es bereits Deine Online Plattform für Yoga – Deine kurzen Sequenzen im fließenden Vinyasa Yoga oder Yin Yoga Stil sind alle kostenlos. Was war Deine Intention Yogamour zu gründen?

Bärbel: Es gab zunächst keine Intention. Mein Mann Christian/mee-z ist Internet-Pionier der ersten Stunde und hat das Thema Yoga Video Podcasting schon Jahre vor der YOGAMOUR-Gründung an mich herangetragen – ich habe mich zunächst geweigert! Ich war überzeugt, Yogaunterricht funktioniert nur live. Mein Antrieb war dann letztendlich pure Neugierde und Freude am Kreieren mit Hilfe moderner Technologien. Kann das Medium “Podcast” in Verbindung mit Yogavideos funktionieren? Gibt es überhaupt Yogis, die mit Online Videos üben möchten? Welche Menschen kann ich erreichen, die ich in München nie treffen würde? Schon im ersten Jahr hatten wir richtige Fans. Mittlerweile ist meine Intention, Menschen dazu zu bewegen, sich zu bewegen und in die Stille einzutauchen, egal wo sie sich gerade befinden und somit Freude am Leben in die Welt und in die Wohnzimmer zu bringen.

Am meisten hat mich meine regelmäßige Yogapraxis in der Pubertät der Beiden unterstützt 

Yogamour

Deine beiden Kinder sind mittlerweile schon erwachsen, ihr habt also schon die eine oder andere Entwicklungsphase gemeistert. Wie hat Dich Yoga dabei begleitet und vielleicht sogar unterstützt?

Bärbel: Die beiden sind 24 und 22 Jahre alt und wohnen nicht mehr zu Hause. Mein Sohn studiert schon seit Jahren in Innsbruck, meine Tochter weltenbummelt gerade. Ich habe meinen Sohn mit 20 bekommen und erst mit 28 Jahren angefangen, Yoga in mein Leben zu integrieren, da waren die Kids schon in der Schule. Auch wenn mein Mann und unsere Kinder was das „Zeitmanagement“ und die „Hingabe“ anging, die wichtigste Position in meinem Leben hatten und immer noch haben, war und ist Yoga meine persönliche Rückzugsmöglichkeit. Auf der Matte konnte ich Loslassen und Auftanken üben. Es war für mich damals sehr wichtig, das alleine zu tun. Das wussten meine Kinder auch und haben das manchmal mehr, manchmal weniger respektiert. Am meisten hat mich meine regelmäßige Yogapraxis in der Pubertät der Beiden unterstützt. Damals wurde neben der täglichen Asana Praxis und Meditation Yoga Nidra ein wichtiger Teil des Übens. In einer Zeit, in der Kinder alles anders machen, als du es ihnen vorgelebt hast, dir schonungslos den Spiegel vorhalten, immer und immer wieder, dich lieben und hassen in unglaublich schnellem Wechsel… da ist es hilfreich, sich auf sich selbst zu besinnen, sich mit sich selbst wohl zu fühlen, sich in Gelassenheit zu üben und darauf zu vertrauen, dass man ihnen in ihren ersten Lebensjahren die richtigen Werkzeuge mitgegeben hat. Ich bin trotzdem froh, dass diese Phase vorbei ist und in unsere Familie wieder absoluter Frieden eingekehrt ist.

Auch wenn Deine Kinder schon groß sind – wie vereinbarst Du Reisen, Retreats und Yogaunterricht mit dem Familienleben?

Bärbel: Da meine Kinder schon aus dem Haus sind, habe ich freie Hand – was sich großartig anfühlt! Ich kannte das ja vorher nicht – einfach so Yoga unterrichten, wo auch immer, ohne mich um Kinder und Haushalt kümmern zu müssen. Ich stimme mich lediglich mit meinem Mann ab, der mich auf jedes Yoga Retreat begleitet (als Teilnehmer und Support für organisatorische Fragen). Als die Kinder noch zu Hause waren, hat mein Mann als freelancer von zu Hause aus gearbeitet – da konnte ich nach Absprache zu meinen Yogastunden losflitzen. Retreats habe ich damals nicht unterrichtet.

Yogamour

Es liegt an mir, was ich aus der Situation mache

Vor kurzem tauchte ein kritischer Kommentar in Deinem Youtube-Channel auf. Auch Mamas sind häufig Kritik ausgesetzt und haben das Gefühl, sich ihrer Umwelt gegenüber rechtfertigen zu müssen. Wie gehst Du mit Kritik um?

Bärbel: Das war eine harte Nummer. Da ich generell ein emotionaler Mensch bin und schnell überreagiere, musste ich im Laufe der Jahre lernen, in solchen Fällen rational zu denken. Ich atme bei verletzenden Kommentaren immer erst einmal tief durch und erinnere mich daran, dass die Motivation des Kritikers meistens eine Andere ist. Wut, Ärger, Hass sitzen irgendwo ganz tief und es ist einfach, sich anonym im web abzureagieren. Dann mache ich mir bewusst, dass es an mir liegt, was ich aus der Situation mache, dass ich das komplett selbst in der Hand habe. Ich kann zurück hassen und mich auf genau dieselbe Stufe begeben oder es so stehen lassen und mir das betrachten, was positiv ist. In diesem Fall die Kommentare aller YOGAMOUR-Fans, die unsere Videos lieben und total froh sind, dass sie ein bisschen YOGAMOUR in ihrem Wohnzimmer haben. Dann ist alles plötzlich nicht mehr ganz so dramatisch.

Hast Du ein persönliches Mantra für Dein on- und off-the-mat?

Bärbel: Oh ja, das habe ich. Das ist eigentlich geheim. Aber ich verrate es, weil es mir schon sehr geholfen hat: ICH VERTRAUE MEINEN KINDERN.

Vielen herzlichen Dank für das Interview.

Alles über YOGAMOUR erfährst Du hier.

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